Wie wird Cannabis angewendet?

Der psychoaktive und gleichzeitig medizinisch wirksamste Bestandteil der Hanfpflanze ist das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (kurz: THC oder auch Dronabinol) eins von mehr als 60 in der Pflanze vorkommenden Cannabinoiden.
In der Heilpflanze (im Unterschied zum Eurohanf, der für medizinische Zwecke irrelevant ist) kommen die Cannabinoide zu mehr als 90 % in ihrer nicht wirksamen Form als Säuren vor. Erst durch Trocknung, Alterung und vor allem Erhitzen wird CO2 abgespalten und es entstehen wirksame Cannabinoide. Optimal ist eine Erhitzung des Materials für 5-10 Minuten bei 100-200 Grad C.
THC ist konzentriert in den Blüten und blütennahen Blättern der weiblichen Pflanze. Nach der Befruchtung, mit der Entwicklung der Samen, wird es wieder abgebaut. Beim Anbau werden deshalb die männlichen Pflanzen vor der Befruchtung aussortiert. Wenn wir den Eurohanf außenvorlassen, da er medizinisch irrelevant ist, gibt es 2 wirksame Unterarten von Cannabis: Cannabis sattiva und Cannabis indica, die sich in ihrer Rausch- und therapeutischen Wirkung unterscheiden (Tendenz: sattiva/beschwingt, indica/schwer) und seit im Land der Tulpen damit experimentiert wird, auch alle möglichen Kreuzungen dazwischen.

Verwendet wird:
Marihuana (meist "Gras" genannt), die getrockneten weiblichen Blüten oder blütennahen Blätter
Haschisch, eigentlich das reine Harz der Pflanze. Auf dem illegalen Markt ist Cannabis meist in dieser Form erhältlich, da einfacher zu schmuggeln und lukrativer. Da es aber sehr oft mit anderen Stoffen verpanscht ist, ist gerade kranken Menschen davon abzuraten.

 
 


Es gibt verschiedene Möglichkeiten Cannabis anzuwenden. Die wohl weitverbreitetste Konsumform ist das Rauchen von Hanfzigaretten (Joints), Pfeifen (aus Holz, Keramik, Glas etc.) und Wasserpfeifen (auch Bong oder Blubber genannt). Der Vorteil beim Rauchen ist, dass die Dosierung besser abzuschätzen ist, als bei oraler Einnahme. Allerdings entstehen, wie bei allen Rauchprodukten Teer, Benzpyren und besonders bei der Verwendung von Tabak toxische Nitrosamine. Die Schädigung eines Joints ist vergleichbar mit ca. 3-4 Zigaretten. Demnach ist ein Kiffer mit einem Konsum von 5 Joints täglich etwa genauso gefährdet, wie ein Raucher von einer Schachtel Zigaretten. Zudem ist das Abhängigkeitspotential bei der Verwendung von Tabak bedeutend größer. (Links: Joint u. Papers; rechts: Holzpfeifen)

Unschädlicher für die Lunge ist das pure Rauchen von Gras (Haschisch eignet sich hierführ weniger, da es sehr auf die Lunge geht). Man kann dafür normale Pfeifen verwenden, aber auch spezielle Purpfeifen oder einen Vaporisator (engl. Vaporizer), der reine THC-Aerosole erzeugt, die weniger lungenschädlich sind.

Rechts: Purpfeife ("Amazed") mit 34 cm Kühlungsrippen
Links: Vaporizer ("aromed"), elektrisch betrieben, erzeugt reine THC-Aerosole

Um unnötige Lungenbelastung zu vermeiden, ist die Verwendung von reinem Tabak ohne Zusatzstoffe angezeigt. Die meisten Zigaretten- und Drehtabaksorten enthalten meist eine Vielzahl an Konservierungsstoffen und z.T. Stoffe, die zusätzlich süchtig machen. Eine Alternative bietet z.B. der American Spirit Tabak. Für alle, die nicht nikotinsüchtig werden wollen, bietet sich die Verwendung von "Knaster" an. "Knaster" ist eine Kräutermischung aus Damiana und anderen Kräutern. Es gibt drei verschiedene Sorten, von denen eine (gelbe Packung) auch THC armen Nutzhanf enthält.

Weniger gesundheitsschädlich als das Rauchen, ist die orale Einnahme von Cannabis. Hierzu bietet sich die Zugabe von Cannabis-(butter) in Gebäck an, oder das Zubereiten von THC-Tee usw. Weitere Informationen dazu sind unter Applikation >> Rezepte zu finden.