Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte stellt an Patienten unrealistisch hohe
Anforderungen für die Genehmigung zur medizinischen
Verwendung von Cannabis


Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
(BfArM) hat den Antragstellern auf eine Erlaubnis zur
Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken am 5. Juli
ein gleich lautendes Schreiben geschickt, in dem das Institut um
weitere Angaben und Unterlagen bittet. Unter Verweis auf
Paragraphen des Betäubungsmittelgesetzes werden von den
Patienten Voraussetzungen erwartet, wie sie allenfalls von
Apotheken oder pharmazeutischen Unternehmen erfüllt werden
können.

So wird eine Aufbewahrung des Cannabis in Panzerschränken
oder Räumen aus Stahlbeton und ein Nachweis über eine
Sachkenntnis im Umgang mit Betäubungsmitteln verlangt. Sofern
beabsichtigt sei, Cannabis zu importieren, so weist das BfArM
darauf hin, dass für jede einzelne Einfuhr eine separate
Importgenehmigung erforderlich sei. Es wird um eine
Stellungnahme bis zum 31. August oder um eine Bitte um
Fristverlängerung gebeten.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin,
Dr. Franjo Grotenhermen, weist darauf hin, dass in Kanada und
in den Staaten der USA, in denen die medizinische Verwendung
von Cannabis erlaubt ist, an die Patienten nicht solche
Forderungen gestellt werden. Auch Patienten, denen in
Deutschland Opiate verschrieben werden, dürfen eine Ration,
die drei Monate reicht, ohne besondere
Vorkehrungsmaßnahmen zu Hause aufbewahren. "Das Institut
versucht auch nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes
aus dem Jahre 2005 mit allen Mitteln zu verhindern, dass
Patienten einen legalen Zugang zur medizinischen Verwendung
von Cannabis erhalten," erklärte er. "Die Forderungen des
Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte
widersprechen dem Geist des Gerichtsurteils." Das
Bundesverwaltungsgericht hatte in seinem Urteil vom 19. Mai
2005 darauf hingewiesen, dass das Bundesinstitut "insbesondere
bei Cannabis" eine Erlaubnis zum Eigenanbau durch Patienten in
Erwägung ziehen solle.

Die ACM bittet Apotheker, die bereit sind, Cannabis zu
importieren und/oder zu lagern, und Ärzte, die bereit sind, ihren
Patienten Cannabis zu empfehlen, sich bei der ACM zu melden
(Telefon: 02247-968084, E-Mail:
info@cannabis-med.org).

Das Schreiben des BfArM kann aus dem Internet unter der
folgenden Adresse herunter geladen werden:
www.cannabis-med.org/german/bfarm2006.pdf